Mannheim-Waldhof den Menschen, die dort leben!




Die Bürgerinitiative Waldhof-West ‚Alter Waldhof‘ und PRO Waldhof e.V., der Fandachverband der SV Waldhof, sprechen sich für eine umfangreiche Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger sowie ortsansässigen Institutionen und Vereine bei der Entwicklung der Stadtteile Luzenberg und Waldhof-West aus. Anlass hierfür ist die Veräußerung von Grundstücken durch das Unternehmen Saint-Gobain Glass an Immobilieninvestoren und die damit einhergehend erwarteten Bauvorhaben, die die Struktur der beiden Stadtteile deutlich verändern könnte.

„Die Bewohnerinnen und Bewohner müssen in diesem Prozess mitgenommen werden, es geht um ihren Wohn- und Lebensraum und somit um die Qualität ihres Alltags. Der durchgesickerte Plan eines neuen Baumarktes hinter der Waldhof-Schule entspricht dem nicht. Ein Fußgängerdurchbruch zwischen den beiden Stadtteilen wäre hingegen eine Erleichterung gerade für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger“, so Jürgen Kurtz, Sprecher der Bürgerinitiative Waldhof-West. Darüber hinaus merkt er an, dass die Grundstücke vor der Erschließung „intensiv in Augenschein genommen werden müssen, denn einerseits könnten die Böden mit Altlasten behaftet sein, andererseits belegen Gutachten, dass sich auf den über Jahrzehnten brachliegende Flächen Rückzugsräume für seltene Tierarten gebildet haben.“

Auf die Wichtigkeit der Einbeziehung der ortsansässigen Institutionen und Vereine weist Achim Schröder, 1. Vorsitzender von PRO Waldhof e.V., hin: „Waldhof-West und Luzenberg bieten hervorragendes Potential, um die große historische Bedeutung dieser Stadtteile mit zukunftsgerichteten Plänen zu verknüpfen. Hinter der Waldhof-Schule, wo einst Vereinslegenden wie Seppl Herberger, Otto Siffling und Albert Brückl auf dem legendären ‚Sandacker‘ auf Torjagd gingen, wäre das heute zugewucherte Gelände gut dafür geeignet, einen Sport- bzw. Fußballplatz zu errichten. Dies würde die Lebensqualität im Stadtteil für alle Bürgerinnen und Bürger deutlich erhöhen, böte den Schülerinnen und Schülern der Waldhof-Schule tolle Bedingungen für Sport im Freien und wäre gleichzeitig eine schöne Replik auf dieses ruhmreiche Kapitel unserer Vereinsgeschichte.“

Zudem macht sich Schröder perspektivisch auch Gedanken über andere, noch nicht veräußerte, Grundstücke: „Das Gelände entlang der Altrheinstraße, an der mit den Goggelrobbern Mannheim-Waldhof seit 1900 und dem SV Harmonia Waldhof seit 1948 zwei traditionsreiche Vereine des Stadtteils ihre Bleibe haben, muss unbedingt in seiner jetzigen Form erhalten bleiben. Die Privatmannschaft Harmonia, eine Abteilung unseres SVW, bewirtschaftet mit dem sogenannten ‚Schlammloch‘ nicht weniger als einen der ältesten noch heute bespielten Fußballplätze Deutschlands. Diese Tradition bedeutet uns als SV Waldhof sehr viel!“

Daniel Gamer, Aktivist bei der Bürgerinitiative und PRO Waldhof e.V., betont überdies, dass bei der Weiterentwicklung von bisher unbebauten Flächen die Sozialstruktur und das derzeitige Mietniveau beachtet werden müssen: „Investitionen in die Stadtteile Luzenberg und Waldhof-West sollen in erster Linie den heute und zukünftig dort lebenden Menschen dienen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass dieser Teil Mannheims immer auch ein Ort war und noch heute ist, an dem die sogenannten ‚einfachen Leute‘ ihr Zuhause haben. Damit diese auch in Zukunft noch hier leben können, ist der Erhalt preiswertem Wohnraums wichtig!“

Bürgerinitiative Waldhof-West ‚Alter Waldhof‘
Fandachverband PRO Waldhof e.V.

Pressemitteillung vom 01.02.2018

Siehe auch: Interview im SWR-Radio