Gegen Montagsspiele in der Dritten Liga

Der Spielplan ist endlich raus und bei aller Vorfreude auf die kommenden Partien, gibt es doch den einen oder anderen Wermutstropfen zu verdauen. Die Spieltagsplaner haben schon öfters seltsame Entscheidungen getroffen, warum aber gerade Rostock UND Magdeburg, und damit die zwei weitesten Fahrten überhaupt, in der englischen Woche stattfinden müssen, bleibt wohl deren Geheimnis. Uns geht es aber vor allem um die kommenden Montagsspiele gegen 1860 München am vierten Spieltag sowie unser Gastspiel beim KFC Uerdingen an Spieltag neun. Auch wenn wir im ersten Fall ein Heimspiel haben, ist es für uns nicht hinnehmbar, dass Fußballfans an einem Montag so weit reisen müssen. Ob wir oder München fahren müssen, beides Schikane!

Schon in der Regionalliga konnten Spiele unter der Woche angesetzt werden, durch die relative Nähe der Vereine innerhalb der Staffel war dies meistens zu verkraften, wenn auch zähneknirschend, denn auch nach Kassel oder Steinbach mussten wir schon außerhalb der Wochenenden reisen. Für uns bildeten solche Termine eher die Ausnahme und blieben auf englische Wochen oder die ungeliebten Sport 1 Übertragungen beschränkt.

Die Montagsspiele sind schon eh und je ein Punkt über den kontrovers diskutiert wird, laut einer vom „Kicker“ durchgeführten Umfrage sprechen sich über 90% der Befragten gegen derartige Terminierungen aus und in der Bundesliga zog man bereits die Konsequenz, ab der Saison 2021/22 wird wieder auf Montage verzichtet, nicht so aber in der Dritten Liga. Der dortige TV Vertrag sieht weiterhin Montagsspiele vor. Durchschnittlich mussten die Vereine pro Spiel 173 Kilometer zu ihrem Kontrahenten reisen, wobei vereinzelt bis zu 400 Kilometer zurückgelegt werden mussten.

Unserer Ansicht nach stellen die Einführungen der Montagsspiele einen weiteren Baustein der Kommerzialisierung dar. Wieder einmal wird nicht auf Faninteressen geachtet und seitens der Verantwortlichen in Kauf genommen, dass sich die Zuschauer abwenden. Natürlich haben auch wir Verständnis dafür, dass die Vereine der dritten Liga alles versuchen müssen um von den finanzstärkeren Mannschaften der beiden oberen Ligen nicht vollends abgehängt zu werden. So bekommen die Vereine seit der Einführung des Montagsspiel und einer weiteren Anstoßzeit am Sonntag zwar ca. 340.000 Euro mehr pro Saison, allerdings sind bei Montagsspielen auch deutlich weniger Zuschauer spürbar und somit weitere fehlende Einnahmen die Folge. Die Spiele selbst sind auch nicht frei im TV zu empfangen wie die Sport 1 Spiele, sondern nur für Kunden der Telekom. Zugleich fällt natürlich auch die Option weg, dass das Spiel evtl. live in einem der dritten Programme und/oder als Zusammenfassung in der ARD Sportschau übertragen wird.

Ebenfalls werden die Spiele durchgängig von Fanprotesten, Stimmungsboykotts und/oder kritischen Bannern begleitet. Anstatt die Mannschaften zu supporten wird die Energie der Fans für die notwendigen Proteste verwendet und das zum Schaden aller Beteiligten. Dass die Thematik auch nicht nur von Fans so gesehen wird, belegt die Mobilisierungsaktion des FC Hansa Rostock in der vergangenen Saison. Die Pressesprecherin des FC Hansa verweist in dem Artikel auf die vielen Fans des Vereins im Rostocker Umland, eine Situation, die sicherlich auch in Teilen auf die Anhänger des SV Waldhof zutrifft. Je nach Wohnort sind sogar die Heimfans erst zu später Stunde zu Hause. Der Auswärtsfan wird sich wohl mit dem darauffolgenden Dienstag einen weiteren Urlaubstag gönnen müssen.

Aus diesen Gründen spricht sich PRO Waldhof hiermit klar gegen die Terminierung von Spielen an Montagen aus und würden uns freuen, wenn der SV Waldhof sich in der Sache ähnlich öffentlich positionieren würde!