Waldhof erkämpft sich Unentschieden

Mit einer kämpferisch starken zweiten Halbzeit kam der SV Waldhof immerhin zu einem Unentschieden gegen den SC Pfullendorf und konnte somit den jüngsten Negativtrend von vier Niederlagen in Folge stoppen.

Dabei begann die Partie wenig verheißungsvoll. Da der fußballinteressierte Mannheimer bekanntlich vornehmlich mit den Füßen abstimmt, passierten nur noch 2803 Zuschauer die Stadiontore, was gleichzeitig die bisherige Saisonminuskulisse bedeutete. Ob der zuletzt dargebotenen Spiele leider wenig verwunderlich. Die answesenden Fans versuchten ihrerseits die Mannschaft bestmöglich zu unterstützen. Ein zweites Mannheimer Charakteristikum, die sehr spielbezogene Stimmung, sorgten jedoch dafür, dass im CBS in der ersten Halbzeit nicht so recht Fußballatmosphäre aufkommen wollte. Die Mannschaft knüpfte nämlich leider genau dort an, wo sie in der Vorwoche aufgehört hatte. Ohne Leidenschaft und Kampf baut man auch einen Gegner der schlechteren Sorte auf und so gingen die Pfullendorfer in der 23. Minute verdient in Führung. Einmal mehr sah unsere Hintermannschaft bei diesem Gegentreffer alles andere als gut organisiert aus. Auch das ist derzeit ein Problem. Wir bekommen zu viele einfache Gegentreffer und laufen deshalb andauernd einem Rückstand hinterher. Wir können froh sein, dass wir am Samstag den SCP und nicht eines der offensivstarken Teams der Liga zu Gast hatten, denn wahrscheinlich hätten wir sonst zur Pause schon deutlich höher zurück gelegen. Das Publikum schickte die Spieler mit wütenden „Wir wollen euch kämfen sehen!“ Sprechchören in die Kabine.

Und tatsächlich, mit dem Anpfiff zum zweiten Durchgang stand auf einmal ein ganz anderer SV Waldhof auf dem Platz. Einsatz, Kampf, Leidenschaft, genau das was der Waldhof-Anhang sehen möchte, wurden nun geboten. Und sofort war auch wieder die Kulisse da und trieb die Mannschaft lautstark nach vorne. „Waldhof gibt nie auf!“ schallte es durchs Stadion und die Mannschaft verkörperte diesen Schlachtruf endlich auch wieder! Sie wollte zeigen, dass sie es besser kann und das tat sie auch. In der Folge ergaben sich zahlreiche, zum Teil hochkarätige, Chancen, nur reingehen wollte der Ball einfach nicht. Noch nicht. Mehrmals verpassten unsere Stürmer das Pfullendorfer Gehäuse nur knapp oder fanden im starken Pfullendorfter Schlussmann Willibald ihren Meister. Symtomatisch, wie sich der eingewechselte Michael Reith in der 90. Spielminute gegen zwei Abwehrspieler durchsetzen konnte und den Ball eigentlich auch schon am Torhüter vorbeigeschoben hatte, ehe dieser den Ball im allerletzten Moment doch noch von der Linie kratzen konnte. Der Torschrei, den das ganze Stadion schon auf den Lippen hatte, verwandelte sich schlagartig in Entsetzen. Wie kann der nur nicht reingehen?? Doch noch war nicht Schluss, die Blau-Schwarzen wollten den Punkt unbedingt, kämpften weiter und wurden schließlich doch noch belohnt. Nur eine Minute später landete eine Reith-Flanke maßgenau auf dem Kopf von Neuzugang Colak und dieser beförderte den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen. Was folgte war ein exzessiver Torjubel der Mannschaft und der Fans auf den Tribünen. Dieses Tor hatte man sich verdient, dieses Tor hatte man unbedingt gewollt! Die Art und Weise wie die Mannschaft in der zweiten Hälfte mit hohem kämpferischen Engagement und eisernem Willen auf den Platz zurück kam, gepaart mit der leidenschaftlichen Unterstützung von den Rängen, ist die weitaus wichtigere Leistung als der späte, hochverdiente Ausgleich. So macht macht Fußball Spaß, das ist der Waldhof, wie wir ihn lieben! Lasst uns diese zweiten 45. Minuten als Ansporn für die kommenden Spiele nehmen!

„Spieler, Fans und der Verein – wir wollen eine Einheit sein!“