Auf den Spuren von Herberger, Siffling und dem SV Waldhof

Am Freitag, 27. April findet um 13 Uhr in Mannheim eine Führung zum Thema „Vom Spiegelwäldchen bis zum Schlammloch – Auf den Spuren von Seppl Herberger, Otto Siffling und dem SV Waldhof“ statt. Karl-Heinz Schwarz-Pich, der Autor einer Herberger- und Siffling-Biografie sowie des Jubiläumsbuches zum 100-jährigen Bestehen des SV Waldhof Mannheim, wird interessante Einblicke vor Ort gewähren.

Bei diesem Termin auf dem Waldhof handelt es sich um eine Uraufführung. Die Idee war zwischen dem Fanprojektmitarbeiter des Sportkreises Mannheim, Martin Willig, und Karl-Heinz Schwarz-Pich in Zusammenhang mit einem Besuch einer Fan-Gruppe des FC Magdeburg entstanden. Schon die ersten Reaktionen nach bekannt werden dieser geplanten Aktion zeigen, dass an einer solchen Veranstaltung ein großes Interesse besteht.

Herbergers erste Gehversuche

Seppl Herberger wurde am 28. März 1897 in der Spiegelsiedlung in der „Rue de France 171“ geboren. Im so genannten „Spiegelwäldchen“ vor der elterlichen Haustür begannen seine ersten Versuche am Ball. Später spielte er im legendären „Schlammloch“ an der Altrheinstraße, dem ersten Fußballplatz des SV Waldhof, der bis auf den heutigen Tag – und zwar vom SV Harmonia Waldhof – als Fußballplatz genutzt wird.

Es handelt sich vermutlich um den ältesten Fußballplatz in Deutschland. Auf dem Waldhof ging Herberger zur Schule, arbeitete hier bei der Firma „Bopp & Reuther“, und begegnete in der Roggenstraße 17 seiner späteren Ehefrau Eva Müller. Herberger war der erste gebürtige Waldhöfer, der in die deutsche Nationalmannschaft berufen wurde.

Fünf Treffer machten Siffling zum Helden

Der zweite echte Waldhöfer, der in die Nationalmannschaft berufen wurde, war Otto Siffling, der in diesem Jahr am 3. August 100 Jahre alt geworden wäre. Otto Siffling ging mit seinen fünf Treffern beim 8:0-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft am 16. Mai 1937 gegen Dänemark als Held der Breslau-Elf in die deutsche Fußballgeschichte ein.

Wie Herberger spielte auch Siffling oft im Spiegelwäldchen Fußball, wenn er die Großeltern in der Spiegelsiedlung besuchte, die Nachbarn der Familie Herberger waren. Siffling war mit Herberger auf der gleichen Schule und lernte beim Benz, nur 200 Meter von der elterlichen Wohnung entfernt, Modellschreiner. Sein Geburtshaus in der Hubenstraße 18 existiert noch, ebenso das Gebäude nebenan, in dem der SV Waldhof 1907 gegründet wurde. Auf dem alten Waldhof zwischen Wacht- und Hubenstraße begegnet man heute auf Schritt und Tritt der Geschichte des SV Waldhof.

Führung auch für ältere Personen geeignet

Die Führung findet aus Zeitgründen und mit Rücksicht auf ältere Personen vom Bus aus statt. Es ist angedacht, diese Führung zu einer festen Einrichtung zu machen, um damit nicht nur die Erinnerung an zwei große Waldhöfer Fußball-Persönlichkeiten wach zu halten, sondern auch für den Verein und die Stadt zu werben.

Treffpunkt ist am Freitag, den 27.April um 13 Uhr in der Gaststätte „Spiegelschlössl“, Spiegelstraße 314, 68305 Mannheim. Dort findet eine Einführung in das Thema statt, bevor es mit dem Bus auf die Erkundungsfahrt geht.

Quelle: Pressemitteilung 36/12 Badischer Fußballverband s-p, 12.04.12/Sportkreis Mannheim