Erneut ernüchternder Auftritt in Kassel

Für die Mannschaft des SV Waldhof und seine Fans bleibt Kassel kein gutes Pflaster. Schon an Autobahnbrücken und Raststätten empfingen zahlreiche Polizeiwagen die ankommenden Fans und sorgten so für großes Kopfschütteln, denn anschließend wurden die Autofahrer auf einen einsamen Feldparkplatz geleitet, um von dort mutterseelenallein Richtung Stadion zu laufen. Dass die Polizeieinheiten vor dem Gästeblock einen immer weiterleiteten, obwohl man Waldhof-Kleidung trug mutet schon abenteuerlich an, wenn man bis zur Kasseler Haupttribüne geschickt wird. Erst auf nachbitten wurde dem Autor dieses Textes dann überhaupt Zutritt zum Gästeblock gewährt. Es zeigt wieder einmal, wie ineffizient die Polizei bei solchen Spielen vorgeht. Statt die Zahl der eingesetzten Kräfte an die geringe Zahl an Auswärtsfahrern an einem fanunfreundlichen Freitagabend anzupassen, lautet das Motto wohl „Steuergelder raushauen und durch Masse überzeugen“. Es wird aber mühselig sein, sich darüber zu beklagen, denn die andere Seite wird einem bei diesen Themen nie auf Augenhöhe begegnen und weiterhin mit solcher Arroganz und Unwissenheit vorgehen, wie am Freitag erneut erlebt. Für die im Bus angereisten Ultras wurde die Fahrt nicht besser dadurch, dass sich die Bustür nicht mehr schließen ließ, und das Eintreffen im Stadion erst kurz nach Anpfiff gelang. Dabei muss aber lobend erwähnt werden, dass die Kasseler Polizei und die KVG einen Ersatzbus bereitstellten, der die Fans von der Raststätte ans Stadion brachte. Dafür sagen wir Danke!

Nicht besser wurde die Laune durch unsere Mannschaft. Nach holprigen ersten Gehversuchen sah es kurze Zeit so aus, als würde das Team das Spiel in den Griff bekommen. Leider verlor Malchow etwas schluderig im Mittelfeld den Ball und leitete so das 0:1 ein und ein Pech und Pannenfestival der blau-schwarzen Abwehr folgte. Nach einem unnötigen Ballverlust im Mittelfeld musste ein Kassler rabiat vor dem eigenen Strafraum von den Beinen geholt werden und der äußerst schwache Schiedsrichter Kempkes entschied hier zu recht auf Freistoß. Da leider weder Torhüter Adolf sprang, noch die gestellte Mauer sich so richtig in die Lüfte erhob, gelang Hammann per sehenswertem Treffer das 0:2. Sie hätten es eigentlich besser wissen müssen, denn bei unserem letzten Auftritt im Auestadion fiel ein identisches Tor. Nach dem zweiten Treffer konnte man nur auf die Halbzeitpause hoffen, denn ein Fehler jagte bei Blau-Schwarz den Nächsten und im Block wurde die Unzufriedenheit größer. Nach der Pause spielte unser Team jedoch wie ausgewechselt und kombinierte sicher bis vor den Kassler Strafraum, verpatzte den Abschluss jedoch ein ums andere Mal. Auffällig hierbei, dass zwischen Mittelfeld und Stürmer Dautaj die Laufwege erneut nicht harmonierten. Da jetzt insgesamt recht offen agiert wurde, war es dann doch nur eine Frage der Zeit, bis das 0:3 fiel und im Block musste man sich eingestehen, dass Kassel über eine äußerst eingespielte Mannschaft verfügt.

Mit dem Schlusspfiff gelang zwar noch der Anschlusstreffer, aber ändern konnte dies am Verlauf des heutigen Spiels nichts. Der mitgereiste Anhang agierte adäquat, und feuerte die Mannschaft weiterhin an. Es ist eben erst der zweite Spieltag und es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wiederholen sollte sich solch ein Spiel, mit all seinen Facetten, so schnell jedoch nicht. Auf unser Team wartet eine Menge Arbeit.