Mannheimer Morgen: Tafel erinnert an Wurzeln des SV Waldhof

Transparente Platte am Gründungsort des Traditionsvereins angebracht / Aktive bemühen sich um „positiveres Image“

Der SV Waldhof hat seit Donnerstagabend öffentlich erkennbar einen festen Platz in der Mannheimer Stadtgeschichte. Eine Gedenktafel erinnert nun an die Wurzeln des Traditionsvereins, der sich am 11. April 1907 in der früheren Gaststätte „Zum Tannenbaum“ in der Hubenstraße 20 gegründet hat. Sie erinnert an die Geschichte der Blau-Schwarzen in den letzten 106 Jahren. Auf Initiative des Fan-Dachverbands „PRO Waldhof“ und mit Unterstützung des Bezirksrats wurde die transparente Tafel mit der Überschrift „Die Gründungsstätte des SV Waldhof“ vor 150 Besuchern von Altstadtrat Walter Spagerer offiziell enthüllt. Spagerer ist das älteste Mitglied im Alsenwegverein.

„PRO Waldhof“-Vorsitzender Matthias Kneller bezeichnete die Tafel als „würdiges Antlitz“ des Vereins: „Ohne diese 42 Männer hätte es das Wunder Waldhof mit dem Aufstieg in die Erste Bundesliga 1983, die erfolgreichen ‚Waldhof-Buben‘ in den 1930er-Jahren und vieles mehr nicht gegeben“, erinnerte Kneller. Der Dachverband habe die Idee dieser Tafel im letzten Jahr im Rahmen seiner viel beachteten Otto-Siffling-Ausstellung geboren. An den Ausnahmestürmer, dessen Geburtshaus (Hubenstraße 18) in direkter Nachbarschaft steht, erinnert seit vergangenem Sommer eine ebensolche Erinnerungstafel.

Es sei ein steter Beitrag der Arbeit von „PRO Waldhof“, dem SVW „ein etwas positiveres Image zu geben“, bekräftigte Kneller anschließend. Der Verein sei einer der wichtigsten der Stadt. „Waldhof-Fans sind mehr als randalierende Schlägertrupps“, wehrte er sich gegen öffentliche Pauschalverurteilungen. Kneller fügte hinzu: „Was wir betreiben, ist gelebte Fankultur.“

Sein Dank ging an Bezirksbeirat Stefan Höss, der sich hier für die Finanzierung der Tafel stark gemacht habe.

Hubenstraße eigens gesperrt

Höss seinerseits bedankte sich für die Unterstützung seitens der Stadtverwaltung. Auch dafür, dass die Hubenstraße eigens des bedeutenden Anlasses wegen ohne große Umstände gesperrt werden konnte. Der Beirat werde seine Bemühungen fortsetzen, die Anlage vor der Waldhofschule in den „Seppl-Herberger-Platz“ umzubenennen. Höss: „Ich kann noch nicht nachvollziehen, dass es auf dem Waldhof zwar eine Otto-Siffling-, aber keine Seppl-Herberger-Straße oder Ähnliches gibt.“

Das für die Fanarbeit verantwortliche SVW-Präsidiumsmitglied Klaus-Rüdiger Geschwill lobte das „hervorragende Engagement von ‚PRO Waldhof'“. Er fügte hinzu, dass sich der Mehrspartenverein nicht alleine auf den Sport reduzieren ließe. Geschwill: „Der SV Waldhof ist auch Pol des aktiven gesellschaftlichen Lebens in Mannheim, ein Verein, in dem immer auch soziale und kulturelle Arbeit geleistet wird.“ Im Auftrag von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz überbrachte Stadtrat Bernd Kupfer Grüße, und erinnerte an „einen großen Verein, der seine Anfänge am Rande der Spiegelfabrik erlebt hat.“

© Mannheimer Morgen, Samstag, 13.04.2013