Schwacher Kick in Homburg

Das Wetter passte zum Spiel. Ein grauer Himmel, samt stürmischen Böen. Trist war auch das Spiel von unseren Blau-Schwarzen, chaotisch die Offensivaktionen. Die mitgereisten Gästefans waren zu Beginn des Spiels jedoch noch guter Laune. Denn das Waldstadion in Homburg beeindruckte uns durch seine nostalgische, aber zugleich aufgeräumte Atmosphäre. Hier steht noch ein intaktes Stadion alter Bauart und keine merkwürdige Abrissbude wie in Koblenz. Auch die Versorgung der Fans war wunderbar, Speisen und Getränke gab es zu fairen Preisen. Nur die Polizei übertrieb es quantitativ maßlos, da auf jeden Waldhof-Fan ein Ordnungshüter kam.

Auch nach Anpfiff war die Laune in Gästeblock gut und die Stimmung feucht-fröhlich. Die Mannschaft zeigte auf dem Rasen einen couragierten Start und ließ wenig Chancen für die Gastgeber zu. Auf zwar dicht gewachsenem, aber völlig unebenen Rasen, entwickelte sich jedoch zu keiner Zeit ein ansehnliches Spiel. Unser Waldhof kam zwar in der ersten Halbzeit öfter in Richtung des Homburger Tores, klare Gelegenheiten waren jedoch Mangelware. Zum Held des ersten Durchgangs avancierte Rainer Adolf, als er einen völlig ungerechtfertigten Strafstoß sauber parierte. Ansonsten gab es wenig Aufregendes zu sehen.

Richtig schlecht wurde es dann im zweiten Durchgang, als Homburg zusehends ins Spiel fand und nach einer Standardsituation in der 55. Minute in Führung ging. In der Folge starteten unsere Buwe teils peinliche Offensivbemühungen, die den Gästeblock verstummen ließen. Flanken wurden ins Nichts oder auf Verdacht nach vorne geschlagen, Torschüsse sausten in den Homburger Wald. Dies alles führte zu großer Unzufriedenheit im Block, die jedoch durch den späten Ausgleich für unseren SVW kaschiert wurde. Massih Wassey hatte einen Elfmeter versenkt (90. Minute), nachdem auch schon eine Minute eher der Elfmeterpfiff hätte erfolgen können.

Freudestrahlend feierten die Spieler und Fans nach Abpfiff den Punktgewinn, aber bei einem 0:1 wäre die Mannschaft sicherlich ausgepfiffen worden. Die Presseberichte zum Spiel sind daher ebenfalls etwas merkwürdig: Dies war sicherlich kein gutes Spiel und machte einmal mehr deutlich, dass wir zwar eine relativ gute Abwehr haben, aber im Offensivbereich so harmlos sind, dass es einen oft schon wütend macht. Wütend machte einen gestern aber auch der ganz schwache Zweitliga-Schiedsrichter Christ, der seiner blinden Linie jedoch auf beiden Seiten gleichermaßen treu blieb. Wenn wir nächstes Jahr ganz oben dabei sein wollen, darf es so Spiel wie gestern nicht mehr geben und das geht wohl nur, wenn die Mannschaft auf gewissen Positionen verändert wird.