Waldhof-Fans mit starkem Auftritt in Offenbach

Wie oft mussten wir als Waldhof-Fans nach Derbys mit hängenden Köpfen als Verlierer das Stadion verlassen? Wie oft wir als Fan-Dachverband nach emotional aufgeladenen Partien das chaotische Verhalten einiger weniger Stadionbesucher verurteilen? Doch diesmal ist es anders. Auch noch Tage nach dem Sieg bei den Kickers aus Offenbach zaubert uns der Ablauf des Tages ein fettes Grinsen ins Gesicht. Nicht nur das Ergebnis, sondern auch das starke und vorbildliche Auftreten des blau-schwarzen Anhangs.

Weder die langen Schlangen bei den Einlasskontrollen zum Sonderzug und am Eingang zum Stadion, noch das Glasverbot im Zug konnte der Vorfreude auf das Spiel einen Abbruch tun. Dann musste für die Fahrt nach Hessen eben mal das Ureich aus der Dose herhalten. Das schmeckt ja auch!

Bei der Ankunft in Offenbach war in einem Waggon leider eine Scheibe kaputt. Falls dieser Schaden mutwillig herbeigeführt worden sein sollte, ist so etwas natürlich absolut unnötig und dumm! Wenn uns ein Zug von der Deutschen Bahn bereitgestellt wird, der die Anreise enorm erleichtert, sollte man dies nicht durch Sachbeschädigung quittieren. Wo der sogenannte „Journalist“ der FAZ (siehe Pressebericht vom 10.03.2014, Hooligans: Nebensache Fußball) aber bitte einen komplett zerstörten Waggon gesehen haben will, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben.

Auf dem Weg zum Stadion wuchs die Anspannung ob des bevorstehenden Matches sichtlich an. Lautstark, wortgewaltig, aber absolut ohne einen einzigen negativen Ausreißer bewegte sich der Mob Richtung Bieberer Berg. Verbale Spitzen gegen den Gegner gehören schlichtweg dazu und sind Teil der Fankultur, schließlich besuchen wir nicht Golf-Turniere. Noch schöner waren aber Klassiker wie unsere Vereinshymne und die ansehnlichen Pogos.

Der Polizei sei an dieser Stelle auch ein ordentliches Arbeitszeugnis für diesen Tag attestiert, denn sie erledigte ihren Job so, wie man es von ihr erwartet: Zwar mit einem großen Aufgebot, aber sehr defensiv und äußerst gelassen begleitete sie den blau-schwarzen Tross und trug so zu einer entspannten statt gereizten Atmosphäre bei. Über den Lautsprecherwagen informierte sie die Teilnehmer des Fußmarsches immer wieder über den weiteren Ablauf.

Zur Unterstützung der Mannschaft im Stadion gibt es nur eines zu sagen: Respekt, Waldhof-Fans! Wenn die Heimmannschaft nicht von einem Heimspiel sprechen kann, müssen die Gästefans einiges richtig gemacht haben. Besonders der Torjubel, bei dem der ganze Block epochal ausrastete, wird wohl jedem in Erinnerung bleiben.

Auch auf dem Rückweg zeigten wir Barackler uns absolut vorbildlich. Vom Derbysieg völlig benebelt und über beide Ohren grinsend ging es wieder zum Bahnhof. Währenddessen war deshalb eher die Sonne genießen und zufrieden sein angesagt als lautes Singen. Die Verausgabung im Block zeigte ihre Wirkung.

Die Rückfahrt verlief ebenso ohne Vorkommnisse. Dass im Zug kein einziger uniformierter Beamter mehr zu sehen war, spricht wohl eine eindeutige Sprache über das vorige Verhalten unseres Anhangs. Nachdem mit Ankunft am heimischen Zielbahnhof den Daheimgebliebenen nochmals unüberhörbar mitgeteilt wurde, dass hier gerade der Derbysieger heimkehrte, verteilte sich der Mob recht zügig auf die Kneipen unserer Stadt, um den Tag würdig ausklingen zu lassen.

Es war ein perfektes Auswärtsspiel, nicht nur von der Mannschaft, die sich den dreckigen Sieg diese Saison einfach verdient hat, sondern auch von uns Fans mit einem derbywürdigen Support.

Dass so genannte „Journalisten“ der FAZ (s.o.), der BILD und des HR-Fernsehens (siehe Ausstrahlung vom 10.03.2014, Maintower: Größter Polizeieinsatz in der Fußballgeschichte Hessens) dennoch wieder ihr negatives Urteil gefällt haben, haben wir Waldhof-Fans nicht verdient. Unser gelassenes und völlig aufs Spiel fokussiertes Verhalten war der größte Stinkefinger, den wir den Boulevard-Populisten zeigen konnten, nämlich das Waldhof-Fans nicht jede Stadt in Brand stecken, dafür aber im Stadion wahnsinnig viel Lärm machen können. Es muss ziemlich frustrierend für diese so genannten „Journalisten“ gewesen sein, extra nach Offenbach anzureisen, und dann keine Bilder von brennenden Polizeiautos zeigen zu können.

Von den Vertretern der Polizei wünschen wir uns öfter Auftritte wie in Offenbach, dann könnte vielleicht langfristig das zerrüttete Verhältnis zwischen Fußballfans und der staatlichen Exekutive eine spürbare Verbesserung erfahren.

Bleibt nur noch eines zu sagen: DERBYSIEGER!